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Gedenktafeln für sowjetische Kriegsgefangene wurden in das Gefallenenehrenmal integriert

VON JOSEF KÖHNE

Himmighausen. Als die Bürger ihren Kriegstoten 1960 ein würdiges Denkmal errichteten, regte der junge Wilfried Hanßen an, auch der sowjetischen Kriegsgefangenen zu gedenken, die als Zwangsarbeiter bei der Reichsbahn in Himmighausen verstorben waren. 51 Jahre später realisierte der Heimatschutzverein diesen von Hanßen und dem langjährigen Ortsheimatpfleger Karl Tilly beharrlich wiederholten Wunsch. Am 6. August werden in einem feierlichen Akt drei Steintafeln geweiht, die an jene Menschen erinnern, denen ein totalitäres und unmenschliches deutsches Regime zum Verhängnis wurde.


Die Leichen der in Himmighausen verstorbenen Gefangenen waren zunächst am Ortsrand bestattet worden. "Als ich sah, wie sie mit einem Pferdefuhrwerk abtransportiert wurden, war ich viereinhalb Jahre alt und meine Mutter versuchte, mein Gesicht abzuwenden", erinnert sich Wilfried Hanßen.

Und auch Karl Tilly weiß noch sehr gut, dass die Gräber bis zur 1960 erfolgten Exhumierung von Grete und Marianne Kuckuk gepflegt wurden. "Mein Vater war Gemeindearbeiter. Als die Toten auf das Gelände der heutigen Dokumentationsstätte "Stalag 326 (VI K)" bei Stukenbrock-Senne umgebettet werden sollten, bekam er den Auftrag, sie auszugraben."

Ganz lebendig wurden diese Erinnerungen, als vor wenigen Monaten ein Spaziergänger zufällig auf zwei steinerne Schrifttafeln stieß, die bei genauer Betrachtung als Grabsteine der toten Kriegsgefangenen identifiziert werden konnten. Von dem Fund in Kenntnis gesetzt, entschloss sich der Heimatschutzverein für ihre Aufstellung. "Die Zeit war endlich reif dafür", sagt Alfons Lange. Als Vorsitzender des Heimatschutzvereins hat er die jahrelangen Diskussionen um das Gedenken für die Kriegsgefangenen intensiv verfolgt und sich jetzt darüber gefreut, dass die Gedenktafeln mit großer Zustimmung der Bevölkerung in das vom Heimatschutzverein gepflegte Gefallenenehrenmal integriert werden konnten.

Auf den beiden wiedergefundenen Steinen – sie wurden vermutlich noch von sowjetischen Kriegsgefangenen behauen – steht, dass in einem Grab sechs, in einem zweiten Grab sieben Menschen beigesetzt wurden. Mit Hilfe der Dokumentationsstätte Stukenbrock konnten fünf Namen ausfindig gemacht werden. Sie sind mit Angabe der Heimatländer in die im Auftrag des Heimatschutzvereins angefertigte neue Tafel eingraviert.

Zur Einweihung des Denkmals werden in Himmighausen unter anderem Botschaftsvertreter der verstorbenen Kriegsgefangenen sowie ein Vertreter des Volksbundes der deutschen Kriegsgräberfürsorge erwartet.

Um möglichst vielen Bürgerinnen und Bürgern die Teilnahme an dem Festakt zu ermöglichen, ist er an den Beginn Schützenfestnachfeier gelegt worden.

Der Programmablauf für den Festakt am 6. August:

18 Uhr Antreten der Schützen in der Scheune, Abholung des Königspaares

19 Uhr Festakt am Ehrenmal mit Kranzniederlegung für die deutschen und russischen Soldaten, Begrüßung durch den 1. Vorsitzenden des Heimatschutzvereins, Alfons Lange, Grußwort von Bürgermeister Rainer Vidal, Weihe des Denkmals durch Diakon Wilhelm Josef Otten, Musikvortrag der Blaskapelle Reelsen, Grußworte von Botschaftsvertretern und Volksbund Deutscher Kriegsgräberfürsorge, Musikbeitrag der Blaskapelle Reelsen

19.45 Uhr Marsch der Schützen zur Festscheune

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