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Himmighäuser Gesprächsforum 2015 PDF Drucken

"Menschen auf der Flucht"

Podiumsgäste Gesprächsforum Himmighausen

Der »Förderverein Gesamtdeutsche Bildungsstätte Himmighausen« hatte am Samstag, den 24. Oktober wieder zum traditionellen Himmighäuser Gesprächsforum eingeladen. Diesmal ging es in der alten Dorfschule um ein brandaktuelles Thema, nämlich um "Menschen auf der Flucht".


Der Landtagsabgeordnete Werner Jostmeier, Beauftragter für Flüchtlinge, Vertriebene, Spätaussiedler und deutsche Minderheiten (Sprecher des Hauptausschusses im Landtag von NRW und Mitglied der Verfassungskommission) erinnerte zunächst mit einem informativen Vortrag an das Schicksal ehemaliger deutscher Flüchtlinge und Vertriebener, ohne die Deutschland in der Nachkriegszeit nicht so schnell wieder hätte aufgebaut werden können. Auch die Gastarbeiter aus den sechziger Jahren haben einen großen Anteil am deutschen "Wirtschaftswunder". Als in den Neunzigern die Mauer fiel, gab es eine neue Welle der Umsiedlung, da man im Westen ein besseres Leben erwartete. Im Nachhinein kann man sagen, all diese Menschen haben Deutschland bereichert. Wie wird das mit der neuen Völkerwanderung sein? Ist sie eine Gefahr oder eine Chance?

Warum verlassen Menschen ihre Heimat? Wie verzweifelt muss man sein, um alles zurück zu lassen und, oft mit Kind und Kegel, in eine unsichere Zukunft und in ein fremdes Land, dessen Sprache man nicht versteht, zu fliehen.

Wollen diese Menschen bleiben und hier neu anfangen, oder wollen sie wieder zurück nach Hause, wenn dort wieder Frieden herrscht? Wollen sie integriert werden und können wir sie integrieren, und wie?
Noch heißen wir sie willkommen, aber haben wir nicht auch Ängste, dass sie sich mit ihrer anderen Kultur und ihrem Glauben nicht anpassen können oder wollen?

Welchen Einfluss hat die Presse auf die Stimmung der Bevölkerung und können die Hass-Parolen in den sozialen Netzwerken diese Stimmung zum Kippen bringen?
Heinz Vathauer, Vorsitzender des Fördervereins, und Moderator der Veranstaltung, stellte alle diese Fragen.

In einer Podiums-Diskussion wurde versucht, aus verschieden Fachbereichen Antworten darauf zu geben.

Als Podiumsgäste waren eingeladen: Werner Jostmeier MDL, Rainer Brinkmann, Kreisgeschäftsführer der SPD im Kreis Höxter, Matthias Kämpfer, Fachbereichsleiter beim Kreis Höxter u.a. für Ausländerangelegenheiten, Erwin Nowak als stellv. Bürgermeister von Nieheim, Siegbert Kuptz, Realschuldirektor a.D. als Islam-Experte und Heinz Vathauer, Vorsitzender des Fördervereins, als Gastgeber.


In einem offenen Dialog, an dem sich auch die Zuschauer aktiv beteiligten, wurde lebhaft diskutiert und erörtert, wie eine Kleinstadt wie Nieheim (und ihre Dörfer) das Thema anpacken kann. Dabei wurde immer wieder hervorgehoben, wie wichtig die ehrenamtliche Hilfe und das unermüdliche Engagement der freiwilligen Helfer aus der Bevölkerung sind. Ohne diese Unterstützung könnten die Verwaltungen die große Herausforderung gar nicht stemmen.

Im Übrigen sei jetzt Europa gefordert. Nur mit Einigkeit und Gemeinsamkeit von ganz Europa sei die wohl größte Herausforderung der Nachkriegszeit zu einem guten Ende zu bringen.

Dass an diesem Nachmittag das Flüchtlingsproblem gelöst werden könnte, hatte wohl niemand erwartet, aber die meisten Gäste gingen mit dem Gefühl nach Hause, wenigstens einige ihrer Fragen beantwortet bekommen zu haben.

Vielen Dank an den »Förderverein Gesamtdeutsche Bildungsstätte Himmighausen« und besonders Herrn Vathauer und den Podiumsgästen für die Gelegenheit dazu.

Foto v. l.: Erwin Nowak, Matthias Kämpfer, Rainer Brinkmann, Werner Jostmeier, Heinz Vathauer, Siegbert Kuptz.

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